Warum nicht nur Google (oder Ask / Bing / Yahoo)? Beziehungen zwischen Suchmaschinen

Ich möchte ein Mißverständnis klarstellen: Ich empfehle niemandem, auf Google zu verzichten und statt dessen eine andere Suchmaschine zu fragen. Das wäre vom Regen in die Traufe. Ich schlage vor, mehrere Suchmaschinen zu nutzen, weil man dadurch mehr erfährt. Deswegen ein paar Worte über die Beziehungen (und Nicht-Beziehungen) von Suchmaschinen.

Eines ist klar: Wenn man nur wissen will, wie lange ein bestimmter Laden auf hat, unter welcher Telephonnummer eine Behörde erreichbar ist oder was heute abend im Kino läuft – es wäre übertriebener Aufwand, mehr als eine Suchmaschine dafür anzusurfen. Aber selbst, wenn man nur eine einzelne Sachinformation braucht, muss man nicht unbedingt immer dieselbe Search Engine fragen.

Ganz anders, wenn man sich über ein Thema informieren möchte. Da lohnt es auf jeden Fall, nicht nur eine, sondern mehrere Suchmaschinen ‚anzuwerfen‘. Das liegt auf der Hand: Wer mehr als nur eine Datenbank abfragt, bekommt auch mehr Informationen.

Es gibt einige Diagramme im Netz, wie und welche Suchmaschinen zusammenarbeiten oder eben unabhängig voneinander eigene Datenbanken aufbauen. Ein paar davon:

die Search Engine Relationship Chart von Bruce Clay,
die Search Engine Comparison Chart von Mike’s Marketing Tools,
die (sehr hübsch gemachte) Search Engine Partnership Chart von ihelpyou, leider von 2006 und
das Beziehungsgeflecht der Suchmaschinen aus der Suchfibel (leider von 2004)

Sie zeigen, dass und wie Suchmaschinen ihre Suchergebnisse, ihre Werbung und Katalogeinträge untereinander austauschen – oder eben nicht, weil sie unabhängig sind und eigene Datenbanken aufbauen.

Datenbanken, die abzufragen sich lohnt. Darüber hat Dirk Lewandowski geforscht, Professor für Information Research und Information Retrieval an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). Er sprach auf dem Jahrestreffen 2008 des netzwerk recherche über Alternativen zu Google (PDF-Datei, 27 S., 1.380 KB).

Unter anderem referierte er, wie wahrscheinlich es ist, dass ein und dasselbe Suchergebnis bei Google, bei Ask, MSN Search (heute Bing) und Yahoo auftaucht. Kurzum: Wie groß ist die Überschneidung dieser Suchmaschinen, deren Datenbanken untereinander keine Suchergebnisse austauschen.

Nun, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Suchergebnis in allen vier Datenbanken auftaucht, liegt bei 1,1%! Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ergebnis nur in einer der Suchmaschinen zu finden ist, liegt demgegenüber bei 84,9%.

Wenn das kein Grund ist, mehrere Suchmaschinen zu benutzen! Oder, wenn man es bequem haben möchte, eine der Metasuchmaschinen

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Eine Antwort to “Warum nicht nur Google (oder Ask / Bing / Yahoo)? Beziehungen zwischen Suchmaschinen”

  1. joulupukki Says:

    „Nun, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Suchergebnis in allen vier Datenbanken auftaucht, liegt bei 1,1%! Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ergebnis nur in einer der Suchmaschinen zu finden ist, liegt demgegenüber bei 84,9%.“

    Hm … wäre ich jetzt sehr skeptisch, würde ich denken: klar, und die eine, in der in 84,9% ein Ergebnis zu finden ist (und in keiner anderen sonst), ist Google.
    I’ll give it a try. Hoffentlich irre ich 🙂

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